Reitverein St. Georg Saerbeck

Die Idee für das Projekt „Mehr Lebensraum und Nahrung für Insekten und Vögel“ entstand im Frühjahr. Als Nebeneffekt soll die dafür durchgeführte Bepflanzung der Reitanlage langfristig auch Schatten für Turnierbesucher und Pferde liefern. Um die Kosten für das Projekt zumindest teilweise zu decken, wurde Anfang April ein Förderantrag beim Programm „Umweltschecks „Naturschutz“ Nordrhein-Westfalen 2025″ gestellt und bewilligt. Kurz vor Weihnachten wurde nun das Projekt zum Abschluss gebracht.

In dem Antrag des Reitervereins St. Georg Saerbeck hieß es: „Der RV St. Georg Saerbeck hat im Oktober 2023 seine neue Reitanlage an der Riesenbeckerstraße bezogen, an die unmittelbar ein Landschaftsschutzgebiet angrenzt. Dem Verein gehören aktuell 386 Mitglieder, darunter 132 jugendliche Mitglieder, an. Zudem kooperiert der Verein mit der örtlichen Gesamtschule, die u.a. das Gelände und die Ponys für eine Reit-AG und Talentfördergruppe nutzt. Zur Reitanlage gehört eine von einer Hecke umgebene Grünfläche, die inzwischen überwiegend in einzelne Parzellen als Weide und Auslaufmöglichkeit für die Pferde eingeteilt wurde. Unser Wunsch ist es nun auf der Grünfläche schattenspendende, heimische Bäume anzupflanzen und auch Lücken in der Hecke zu schließen, um dort mehr Lebensraum für Insekten und Vögel, für die auch unterschiedliche Nisthilfen angebracht werden sollen, zu schaffen. Zudem ist eine Vogelfutterstation geplant. Als größere schattenspendende Bäume auf der Freifläche, z. B. neben dem Dressurviereck oder an den Padocks und am Longierzirkel sind z. B. Ahornarten sowie  Obstbäume geplant. Diese Bepflanzung soll einerseits die Vielfalt an vorkommenden Lebensformen fördern, hat aber auch das Ziel, insbesondere unsere Jugendlichen durch Freude am Naturerlebnis für solche Maßnahmen zu sensibilisieren und somit auch eine Vorbildfunktion. Dies wird unserer Ansicht nach in Zeiten, in den Gärten zunehmend zu Steinwüsten verkommen, zunehmend wichtiger. Zudem besteht die Möglichkeit, dass dadurch, dass an der Anlage viele zusammenkommen, Artenkenntnisse erweitert werden. Rauchschwalben haben übrigens im Sommer 2024 erstmalig unseren neuen Pferdestall zum Nisten genutzt.“

Aufgrund der Antragsflut wurde das Projekt erst im Juli durch das Umweltministerium des Landes NRW bewilligt. Einerseits war die Freude über die Genehmigung groß, andererseits war der Termin der Bewilligung herausfordernd, da das Projekt bis zum Jahresende abgeschlossen sein musste, die Sommermonate jedoch zum Pflanzen nicht geeignet sind. So hatte man den Wall zwischen Dressur- und Geländeplatz schon einmal vorab im Frühjahr auf eigene Kosten mit trockenresistenten, ökologisch wertvollen ahornblättrigen Plantanen bepflanzt, die schnellwüchsig sind und daher schon in absehbarer Zukunft Schatten spenden werden.

Am 4. Adventswochenende wurden nun durch einige Mitglieder des Vorstandes mit fachkundiger, für den gemeinnützigen Verein ehrenamtlicher Unterstützung des Lieferanten der Bäume, Rolf Schickhoff, die mit Hilfe der Fördergelder des Umweltschecks beschafften Bäume sowie eine Hainbuchenhecke gepflanzt. Bei den Bäumen wurden verschiedene alte Sorten heimischer Apfelbäume, wie z. B. Landsberger Renette und Elstar, sowie eine Winterlinde gewählt. Die Blüten sollen Nahrung für Insekten, liefern, die wiederum eine Nahrungsquelle für unterschiedliche Singvogelarten darstellen. Dabei wurde einerseits auf Bestäubungskompatibilität, andererseits aber auch auf unterschiedliche Blühzeiten geachtet. Während die Apfelsorte Elstar teilweise bereits Anfang April blüht, versorgt die Winterlinde die Insekten noch im Juli. Nach dem Pflanzen wurden dann die ersten Nistästen, die auf ihre Bewohner aber wohl noch etwas warten müssen, aufgehängt und die Vogelfutterstation auf der Terrasse vor dem Schulungsraum aufgebaut. Dabei hatte der Reiterverein mehr Nistkästen als ursprünglich gedacht zur Verfügung, da nach der Erwähnung des Projekts in einem Artikel der WN vom 9.10. ein vom Projekt begeisterter Saerbecker Bürger weitere Kästen, die er selbst gebaut hat, spendete.

Bei ihm sowie dem Land NRW als Fördergeldgeber möchte sich der Reiterverein abschließend noch einmal ausdrücklich für die finanzielle Absicherung des Projektes bedanken.